Kaiser Pianoforte-Manufaktur
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Restaurierung Ibach

Restaurierung Ibach-Flügel  

Alter: ca. 100 Jahre   (Teil 2)

Restaurierung des Resonanzbodens und Herstellung eines neuen Stegdoppels.

Der Resonanzboden des inzwischen ca. 100 Jahre alten Ibach-Flügels weist inzwischen einige Risse auf, die jetzt nachdem der Gussrahmen und die Besaitung entfernt wurden, deutlich zu sehen sind. Ebenso macht sich die inzwischen weitgehend verloren gegangene Resonanzbodenwölbung klanglich negativ bemerkbar.

 

Die Risse haben sich jetzt noch deutlich vergrößert, nachdem wir den Flügel aus unserer Trockenkammer geholt haben..

Die Trocknung in der Trockenkammer ist aus 2 Gründen sehr wichtig.

1. die Übertrocknung garantiert uns, dass der Reonanzboden nach unserer Restaurierung an keiner weiteren Stelle reißt.

2. die Übertrocknung sorgt für einen Schwund des Resonanzbodenholzes, so daß nach dem Ausspänen anschließend in der normalen Luftfeuchte eine leichte Ausdehnung des Resonanzbodenholzes dazu führt, dass der Resonanzboden wieder dauerhaft die Wölbung erhält, die für einen schönen Klang ganz wichtig ist.

Das getrocknete Resonanzbodenholz wird jetzt ausgespänt (die Risse werden keilförmig ausgearbeitet, damit danach keilförmige Resonanzbodenspäne in die Risse eingeleimt werden können).

Nach dem Ausspänen ragen die neu eingeleimten Resonanzbodenspäne noch über den Resonanzboden hinaus und müssen daher anschließend noch bündig gehobelt werden.

Die hohe Qualität der hierbei verwendeten Resonanzbodenspäne ist der bestimmende Faktor für die spätere Klangqualität des Flügels. Wir verwenden hierzu ausschließlich europäische Bergfichte aus Höhenlagen über 800 m.

Da im alten Stegdoppel Risse entstanden sind, muß ein neues angefertigt werden.

Zunächst werden mittels einer extra hierfür angefertigten Schablone die Maße übertragen.

Der Rest ist wieder reine Handarbeit. Der Steg wird mit einem Stecheisen abgestochen (das heißt, der Steg wird in die richtige Form gebracht - das Stecheisen muß hierzu extrem scharf sein - Rasierklingenniveau).

Anschließend wird die Oberfläche des Stegs graphitiert, damit später die Saiten leichter darüber rutschen können.

Nachdem die Stegstifte in das Stegdoppel eingeschlagen wurden, ist es jetzt fertiggestellt.

Das erneuerte Stegdoppel garantiert den festen Sitz der Saitenverschränkung.

Lose Stegstifte lassen die Saiten hinter dem Steg durchschwingen und erzeugen unerwünschte Nebengeräusche.

Der Gussrahmen wurde in unserm Lackierraum fertig lackiert und kann nun eingebaut werden.

Der Resonanzboden ist nun neu lackiert worden und steht noch in unserm Lackierraum.

Die neue Lackierung schützt das wertvolle Resonanzbodenholz gegen schädliche Umwelteinflüsse.

Nachdem wir den Flügel aus unserm Lackierraum geholt haben, kann der Gussrahmen wieder eingebaut werden. Der Flügel steht nach dem Transport noch hochkant auf dem Transportschlitten.

Nachdem der Resonanzboden fertig restauriert und der Gussrahmen neu lackiert wurde, wird er nun eingebaut. Das ist Millimeterarbeit den schweren Gussrahmen genau zu platzieren.

Der Gussrahmen liegt nun in der richtigen Position.

Bevor der Gussrahmen mit Schrauben fixiert wird, muss erst der Stegdruck richtig einreguliert werden.

Erst wenn alle Maße stimmen, kann der Gussrahmen mit Schrauben fixiert werden.

Der Resonanzboden ist fertig restauriert, der schwere Gussrahmen wurde eingebaut und der Stegdruck wurde hergestellt. Nun kann der Flügel neu bezogen werden.

Wenn der Flügel nachher auch über eine gute Stimmhaltung verfügen soll, so muß der Klavierbauer darauf achten, dass auf allen neuen Wirbeln die gleiche Anzahl von Ringen liegt und dass diese dann auch absolut dicht liegen.

Hierzu müssen zunächst die Ringe von unten nach oben hochgezogen werden und anschließend von oben her verdichtet werden.

Erst wenn die Ringe so wie hier aussehen, dann ist später eine gute Stimmhaltung gegeben.

Die einzelnen Ösen müssen alle die gleiche Anzahl von Umwicklungen haben und die müssen alle dicht liegen.

Hier muss also für jede Saite einzeln eine Öse von Hand hergestellt werden.

Jede Saite wird hierbei einzeln von Hand auf den Stimmwirbel gewickelt bevor der Stimmwirbel in den Stimmstock eingeschlagen wird.

So sollten dann, nach dem Beziehen die Saiten liegen.

Alle Stimmwirbel müssen gleich tief im den Stimmstock eingeschlagen werden.

Zwischen der Saitenebene und dem Resonanzboden liegt die Dämpferleiste. Durch die darin befindlichen Löcher werden die Dämpfertangenten geführt. Damit an den Dämpfertangenten trotz fester Führung kein störender Reibungswiderstand entsteht, sind die einzelnen Löcher getucht.

Da diese Tuchung nach über 100 Jahren Gebrauch abgenutzt ist, muß sie, wenn die Dämpfung wieder perfekt funktionieren soll, komplett erneuert werden.

Hierzu muß in jedes einzelne Loch neues Tuch eingezogen werden. Dazu wird der Tuchstreifen vor dem Einziehen auf die richtige Breite geschnitten, damit die Löcher perfekt ausgefüllt werden.

Der Überstand des Tuchstreifens wird nach dem Einziehen in die Dämpferleiste bündig angeschnitten.

Danach müssen alle Löcher so ausgetucht sein, dass alle eine feste Führung liefern, aber der Reibungswiderstand gegenüber den Dämpfertangenten minimiert ist. Hierzu werden die Löcher mit einer Reibahle bearbeitet.
Bei all diesen Arbeiten ist äußerste Präzision sehr wichtig.

Wir sind Mitglied im Bund deutscher Klavierbauer

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